Montag, 20. Juni 2016

Freche Früchtchen

gibt es auch schon.



Die Heartbreaker hat schon Früchte angesetzt :-) Sind diese herzförmigen Paradeiser nicht herzallerliebst? Jetzt müsste nur noch die Sonne scheinen,
dann könnte man bald ernten. Die Sorte ist die einzige Hybridsorte die ich anbaue, aber ich kann den Herzen einfach nicht widerstehen.

Freitag, 17. Juni 2016

Kräuterpädagogen haben niemals Urlaub :-)

Weil es gerade so schön war:

Das Johanniskraut stand in Massen herum, das Wetter hat auch gerade gut gepasst,

am lokalen Markt, unter wunderbar duftenden Lindenbäumen, wurde istrisches Olivenöl angeboten,

und das Glas mit der selbstgemachten Orangenmarmelade war gerade leer gegessen und abgewaschen, also was lag näher: Johanniskrautöl wurde angesetzt :-)  Jetzt ist eigentlich die beste Zeit dazu. Dieses Jahr blüht es schon etwas früher, sonst hat ja das Kraut, wenn es zu Johanni (21.6) geerntet wird, angeblich die höchste Heilwirkung.

 
Wie stellt man eigentlich Johanniskrautöl her? Also: zuerst das obere Drittel der aufblühenden Pflanzen ernten (eine Schere, oder ein scharfes Messer empfiehlt sich sehr - nicht umsonst zählt Johanniskraut zu den Hartheugewächsen, das heisst, der Stengel ist sehr fest, man kann es fast nicht abreissen). Dann das Pflanzenmaterial gut auf Tiere und vielleicht schon abgeblühte Teile durchsehen. Die beste Erntezeit ist, wenn es zumindest zwei Tage nicht geregnet hat, bzw. die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Wenn man das Pflanzenmaterial gesäubert hat, ist es günstig es einige Zeit (3-4 Stunden sollten genügen) zu trocken. Dies reduziert den Wassergehalt der Pflanzen und hilft so, das Risiko der Schimmelbildung zu senken.
 
Dann sucht man sich ein sauberes Glas (es kann nicht schaden, es kurz mit Alkohol zu desinfizieren)  mit einem Deckel der gut schliesst, füllt das Pflanzenmaterial locker ein (dh, es wird nicht zusammengepresst) und füllt dann das Glas mit einem Öl nach Wahl auf. Das Öl sollte von guter Qualität, und nicht kurz vor seinem Ablaufdatum sein.
 
Dann wird das Glas mit den Pflanzen und dem Öl an einen warmen Platz gestellt, und täglich mehrmals geschüttelt - dies beschleunigt die Lösung der Wirkstoffe. In den ersten Tagen vielleicht auf öfter mal Aufschrauben, damit das Wasser verdunsten kann, oder in den ersten Tagen das Glas nur mit einem Wollmousseline abdecken, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
 
Nach circa einer Woche sollte die Rotfärbung des Öl langsam einsetzen. Nach spätestens vier Wochen sollte man das Öl abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Die Lagerung sollte dann kühl erfolgen.
 
 


Freitag, 3. Juni 2016

Neues Leben

Die ersten Paradeiser beginnen zu blühen, wie schon in den letzten Jahren ist die "Heartbreaker" die allererste, aber bei den anderen kann es auch nicht mehr lange dauern....

 
Die Heartbreaker ist eine kleinwüchsige Sorte, die sehr gut für den Anbau in Töpfen geeignet ist. Sie ist sehr widerstandsfähig und braucht auch nicht ausgegeizt und hochgebunden werden. In einigen Monaten sollte sie dann kleine, herzförmige Früchte haben - ich halte euch auf dem Laufenden.
 
Und das?
 

 
Ja, das passiert, wenn man eine Färbeflotte zu lange stehen lässt :-) Nein, hier sind keine Quallen abgebildet, sondern Schimmel. Im Laufe der Jahre bin ich den unterschiedlichsten Formen und Farben von Schimmel begegnet, aber diese quallenartige Ausprägung ist mir hier zum ersten mal untergekommen. Mit der Flotte (in diesem Fall war es Apfelrinde) wird dann nicht mehr gefärbt, aber es war einfach schön anzusehen.
 
 

Freitag, 20. Mai 2016

Versuch macht kluch :-)

Am Samstag kam, im Rahmen einer Kräuterwanderung, das Gespräch wieder mal auf den Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica), der ja ein wirklich eine Plage ist. Rezepte wurden ausgetauscht, aber da man zum Essen nur die jungen Triebe verwenden kann, ist die Zeit dafür schon vorbei (zumindest hier im Weinviertel). Aber, dachte ich, ich hab da doch mal wo gelesen, dass sich der Staudenknöterich aufgrund seines Oxalsäuregehalts zum Beizen eignet. Aufgrund des alten Problems (Zeitmangel und etwas zuviele Projekte im Kopf :-)) bin ich noch nicht dazugekommen, es auszuprobieren. Also ran an die Schaufel und Wurzeln (eigentlich sind es Rhizome) ausgraben-

210g Wurzel, grob geschält und gewaschen
 
Färbeflotte, sieht ja schon mal nicht sooo schlecht aus


 
Ergebnis: Oben: Merino Seide, 1. Zug, eine Stunde gefärbt bei 80°C
Die unteren beiden sind ein Wolle/Seide/Ramiegemisch: 2. Zug eine Stunde gefärbt bei 80 ° C,
das Färbegut war nicht gebeizt.

Fazit: ein leuchtendes Orange, wie meine Hoffnung war, konnte (noch) nicht erreicht werden, aber die Pflanze hat Potential. Also ihr Färberinnen, ran an die Wurzel! So können wir einen kleinen Beitrag leisten, der übermässigen Verbreitung der Pflanze entgegenzuwirken.
 
 


Sonntag, 24. April 2016

Färbewochenende in Kronberg

Gestern und heute hat in Kronberg bei Wolkersdorf ein Färbeworkshop mit dem Schwerpunkt auf Rindenfärbungen stattgefunden. Nicht nur, dass es zwei wunderbare Tage mit 3 tollen Frauen waren,
wir haben auch sehr schöne Resultate erzielt. Wir haben mit Apfel- Weide- und Erlenrinde gefärbt:



von links nach rechts: Wollmousseline gebeizt mit Salbei gefärbt, gebeizt mit Apfelrinde gefärbt, Sockenwolle gebeizt mit Salbei, Apfelrinde ungebeizt. Wieder mit dabei: der Fuss :-)

dann ging es weiter mit:

Sockenwolle ungebeizt, gefärbt mit Erlenrinde, die Hälft des Stranges wurde mit Eisenacetat modifiziert und man sieht deutlich den Farbumschlag nach grau. Erlenrinde wurde mit Eichengalläpfeln zum Schwarz, bwz. Graufärben verwendet.


Da wir aber trotz des eher bescheidenen Wetters richtig fleissig waren, gab es dann:

von oben nach unten: Erlenrinde, Erlenrinde Eisenacetat, 2x Weidenrinde-da meinte eine Teilnehmerin, es die Farbe erinnert sie an Kastanienreis, (seitdem hab ich einen beinahe unbändigen Gusto auf Kastanenreis mit Schlagobers und Schokosauce :-)) Apfelrinde (der linke blieb über Nacht im Färbebad und der rechte wurde nach 2 Stunden aus dem Färbebad genommen) und in der ersten Reihe links Salbei mit Eisenacetat modifiziert (leichte Grünfärbung) und der rechte Strang blieb unhandelt. Die mit Salbei gefärbte Wolle war gebeizt, alle anderen waren ungebeizt.

Wir haben auch Stoffe mitgefärbt, und es war deutlich zu erkennen, dass Baumwolle die Farbe trotz Beize eher schlecht bis gar nicht annimmt, und der Wollmousseline sehr schön die Farbe angenommen hat.


 
von oben nach unten: Baumwolle mit Blauholz, rechts aussen: Wollmousseline mit Blauholz, ganz unten: Baumwolle mit Weidenrinde, das Knallgelb ist Wollmousseline mit Apfelrinde, das leicht grünliche Salbei-Eisenacetat Wollmousseline. Die ganz hellen sind Baumwolle mit Salbei. Und dank Monika gibt es dieses Foto :-)
Nochmals vielen herzlichen Dank!
 


 
 
Nächste Gelegenheit für einen Färbekurs:
 
5.5 und 8.5. 2016: Blaufärben in Niedersulz, 2224 Sulz im Weinviertel. Kosten: 65,-- inklusive Material und Skriptum. Schwerpunkt liegt am Färben von tierischen Fasern, zu Vergleichszwecken wird Baumwolle mitgefärbt.
Anmeldung und nähere Informationen gibt es per email unter: missispiandfriends@gmail.com


 
 

 



Donnerstag, 14. April 2016

Work in Progress

Filzen ist ja meine neue Leidenschaft, und es funktioniert jetzt auch schon das Filzen von Hohlkörpern ganz gut:


 

Das sind meine neuen Buchhüllen, jetzt lese ich gleich noch viel lieber :-)
Und eine kleine Färbeaktion gab es auch:

 
 
Ein paar Stränge haben schon den Besitzer gewechselt, aber es wird ja laufend nachgefärbt. Die Birkenblätter sind wahrscheinlich nächste Woche soweit, dass ich mit ihnen färben kann und dann geht es so richtig los. Diesmal habe ich die ersten Probefärbungen von einer Wolle/Ramie Mischung gemacht und zumindest mit Cochenille und Indigo hat es ganz gut geklappt.