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Freitag, 17. Juni 2016

Kräuterpädagogen haben niemals Urlaub :-)

Weil es gerade so schön war:

Das Johanniskraut stand in Massen herum, das Wetter hat auch gerade gut gepasst,

am lokalen Markt, unter wunderbar duftenden Lindenbäumen, wurde istrisches Olivenöl angeboten,

und das Glas mit der selbstgemachten Orangenmarmelade war gerade leer gegessen und abgewaschen, also was lag näher: Johanniskrautöl wurde angesetzt :-)  Jetzt ist eigentlich die beste Zeit dazu. Dieses Jahr blüht es schon etwas früher, sonst hat ja das Kraut, wenn es zu Johanni (21.6) geerntet wird, angeblich die höchste Heilwirkung.

 
Wie stellt man eigentlich Johanniskrautöl her? Also: zuerst das obere Drittel der aufblühenden Pflanzen ernten (eine Schere, oder ein scharfes Messer empfiehlt sich sehr - nicht umsonst zählt Johanniskraut zu den Hartheugewächsen, das heisst, der Stengel ist sehr fest, man kann es fast nicht abreissen). Dann das Pflanzenmaterial gut auf Tiere und vielleicht schon abgeblühte Teile durchsehen. Die beste Erntezeit ist, wenn es zumindest zwei Tage nicht geregnet hat, bzw. die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Wenn man das Pflanzenmaterial gesäubert hat, ist es günstig es einige Zeit (3-4 Stunden sollten genügen) zu trocken. Dies reduziert den Wassergehalt der Pflanzen und hilft so, das Risiko der Schimmelbildung zu senken.
 
Dann sucht man sich ein sauberes Glas (es kann nicht schaden, es kurz mit Alkohol zu desinfizieren)  mit einem Deckel der gut schliesst, füllt das Pflanzenmaterial locker ein (dh, es wird nicht zusammengepresst) und füllt dann das Glas mit einem Öl nach Wahl auf. Das Öl sollte von guter Qualität, und nicht kurz vor seinem Ablaufdatum sein.
 
Dann wird das Glas mit den Pflanzen und dem Öl an einen warmen Platz gestellt, und täglich mehrmals geschüttelt - dies beschleunigt die Lösung der Wirkstoffe. In den ersten Tagen vielleicht auf öfter mal Aufschrauben, damit das Wasser verdunsten kann, oder in den ersten Tagen das Glas nur mit einem Wollmousseline abdecken, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
 
Nach circa einer Woche sollte die Rotfärbung des Öl langsam einsetzen. Nach spätestens vier Wochen sollte man das Öl abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Die Lagerung sollte dann kühl erfolgen.
 
 


Mittwoch, 6. Januar 2016

Angriff der Killervampire?

Was ist denn das? Tomatenpüree, ein Aktionsbild, Angriff der Killervampire? Nein, es ist Hagebuttenmus. Dieses Jahr war der Rosenstrauch voll mit Hagebutten und nachdem alle davon schwärmen, habe ich mir gedacht, ich probier mal Hagebuttenmarmelade zu machen. Und ich muss sagen: der Geschmack ist einfach himmlisch, eine leichte Bitternote, aber voller Geschmack. Wie wird's gemacht?
700 g Hagebutten entstielen und die Fruchtnabe wegschneiden, dauert schon ein wenig :-) Dann die Hagebutte in 250 ml Flüssigkeit (in diesem Fall frisch gespresstem Orangensaft, gut schmeckt es aber auch Trauben- oder Apfelsaft) weichkochen, dauert ca. 40 Minuten, immer wieder umrühren und nachsehen, ob da nichts anbrennt, gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit dazugeben. Dann die Hagebutten mit der Flotten Lotte 2x passieren (zuerst die Scheibe mit den etwas grösseren Löchern, und dann nochmals mit der feinen Scheibe passieren). Wer es ganz fein haben will, kann dann das Mus noch durch ein Sieb streichen. Das bleibt dann das über:

Die Kerne könnte man jetzt waschen und im Backrohr trocknen (bei sanfter Hitze) und dann fein zerreiben und mit Zucker vermengen, schmeckt dann fein nach Vanille, oder man kann mit den getrockneten Kernen auch räuchern!

So, dann zum Mus zumindest 0,5 Kilo Gelierzucker 2:1 dazugeben, gut umrühren, aufkochen lassen, Gelierprobe machen! und dann heiss in Twist-off Gläser füllen.

Schmeckt super!!! Die Mühe lohnt sich und die Patzerei ist nicht ganz so schlimm wie befürchtet.