Dienstag, 12. Juli 2016

Baumwolle

Es ergab sich, dass ein Arbeitskollege seine Schafe geschoren hat :-) (Tiroler Bergschaf) und zwei Vliese übrig geblieben sind. Da sie nass waren, habe ich sie mal die Bäume zum Trocknen gehängt, mal sehen, ob man das so zu Filz verarbeiten kann.
Es gibt auch neues aus der Werkstatt:

Ein blauer Nunoschal (Seide mit Merinokammzug), eine kleine Erinnerung an das Meer, und ein brombeerroter mit Alpakalocken - sehr verlockend. Ich glaube, ich weiß auch schon zu wem der rote wandern wird.



Freitag, 1. Juli 2016

Blau...

kommt ja als Farbe in der Natur nicht ganz so häufig vor....

  
 
 

 
aber bei Wolle kommt blau ziemlich häufig vor :-)
v.l.n.r : 2 Stränge Cochenille mit Indigo überfärbt auf einem Yak/Seidegemisch, so was von weich!
2 Stränge Merino/Seide und 2 Stränge reines Merino mit Indigo gefärbt.
Ich warte schon auf kühleres Wetter, damit ich endlich mal diese Yak/Seidenmischung stricken kann. Wenn man ausreichend Hobbies hat, gibt es einfach nie schlechtes Wetter :-)
 




Montag, 20. Juni 2016

Freche Früchtchen

gibt es auch schon.



Die Heartbreaker hat schon Früchte angesetzt :-) Sind diese herzförmigen Paradeiser nicht herzallerliebst? Jetzt müsste nur noch die Sonne scheinen,
dann könnte man bald ernten. Die Sorte ist die einzige Hybridsorte die ich anbaue, aber ich kann den Herzen einfach nicht widerstehen.

Freitag, 17. Juni 2016

Kräuterpädagogen haben niemals Urlaub :-)

Weil es gerade so schön war:

Das Johanniskraut stand in Massen herum, das Wetter hat auch gerade gut gepasst,

am lokalen Markt, unter wunderbar duftenden Lindenbäumen, wurde istrisches Olivenöl angeboten,

und das Glas mit der selbstgemachten Orangenmarmelade war gerade leer gegessen und abgewaschen, also was lag näher: Johanniskrautöl wurde angesetzt :-)  Jetzt ist eigentlich die beste Zeit dazu. Dieses Jahr blüht es schon etwas früher, sonst hat ja das Kraut, wenn es zu Johanni (21.6) geerntet wird, angeblich die höchste Heilwirkung.

 
Wie stellt man eigentlich Johanniskrautöl her? Also: zuerst das obere Drittel der aufblühenden Pflanzen ernten (eine Schere, oder ein scharfes Messer empfiehlt sich sehr - nicht umsonst zählt Johanniskraut zu den Hartheugewächsen, das heisst, der Stengel ist sehr fest, man kann es fast nicht abreissen). Dann das Pflanzenmaterial gut auf Tiere und vielleicht schon abgeblühte Teile durchsehen. Die beste Erntezeit ist, wenn es zumindest zwei Tage nicht geregnet hat, bzw. die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Wenn man das Pflanzenmaterial gesäubert hat, ist es günstig es einige Zeit (3-4 Stunden sollten genügen) zu trocken. Dies reduziert den Wassergehalt der Pflanzen und hilft so, das Risiko der Schimmelbildung zu senken.
 
Dann sucht man sich ein sauberes Glas (es kann nicht schaden, es kurz mit Alkohol zu desinfizieren)  mit einem Deckel der gut schliesst, füllt das Pflanzenmaterial locker ein (dh, es wird nicht zusammengepresst) und füllt dann das Glas mit einem Öl nach Wahl auf. Das Öl sollte von guter Qualität, und nicht kurz vor seinem Ablaufdatum sein.
 
Dann wird das Glas mit den Pflanzen und dem Öl an einen warmen Platz gestellt, und täglich mehrmals geschüttelt - dies beschleunigt die Lösung der Wirkstoffe. In den ersten Tagen vielleicht auf öfter mal Aufschrauben, damit das Wasser verdunsten kann, oder in den ersten Tagen das Glas nur mit einem Wollmousseline abdecken, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
 
Nach circa einer Woche sollte die Rotfärbung des Öl langsam einsetzen. Nach spätestens vier Wochen sollte man das Öl abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Die Lagerung sollte dann kühl erfolgen.
 
 


Freitag, 3. Juni 2016

Neues Leben

Die ersten Paradeiser beginnen zu blühen, wie schon in den letzten Jahren ist die "Heartbreaker" die allererste, aber bei den anderen kann es auch nicht mehr lange dauern....

 
Die Heartbreaker ist eine kleinwüchsige Sorte, die sehr gut für den Anbau in Töpfen geeignet ist. Sie ist sehr widerstandsfähig und braucht auch nicht ausgegeizt und hochgebunden werden. In einigen Monaten sollte sie dann kleine, herzförmige Früchte haben - ich halte euch auf dem Laufenden.
 
Und das?
 

 
Ja, das passiert, wenn man eine Färbeflotte zu lange stehen lässt :-) Nein, hier sind keine Quallen abgebildet, sondern Schimmel. Im Laufe der Jahre bin ich den unterschiedlichsten Formen und Farben von Schimmel begegnet, aber diese quallenartige Ausprägung ist mir hier zum ersten mal untergekommen. Mit der Flotte (in diesem Fall war es Apfelrinde) wird dann nicht mehr gefärbt, aber es war einfach schön anzusehen.
 
 

Freitag, 20. Mai 2016

Versuch macht kluch :-)

Am Samstag kam, im Rahmen einer Kräuterwanderung, das Gespräch wieder mal auf den Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica), der ja ein wirklich eine Plage ist. Rezepte wurden ausgetauscht, aber da man zum Essen nur die jungen Triebe verwenden kann, ist die Zeit dafür schon vorbei (zumindest hier im Weinviertel). Aber, dachte ich, ich hab da doch mal wo gelesen, dass sich der Staudenknöterich aufgrund seines Oxalsäuregehalts zum Beizen eignet. Aufgrund des alten Problems (Zeitmangel und etwas zuviele Projekte im Kopf :-)) bin ich noch nicht dazugekommen, es auszuprobieren. Also ran an die Schaufel und Wurzeln (eigentlich sind es Rhizome) ausgraben-

210g Wurzel, grob geschält und gewaschen
 
Färbeflotte, sieht ja schon mal nicht sooo schlecht aus


 
Ergebnis: Oben: Merino Seide, 1. Zug, eine Stunde gefärbt bei 80°C
Die unteren beiden sind ein Wolle/Seide/Ramiegemisch: 2. Zug eine Stunde gefärbt bei 80 ° C,
das Färbegut war nicht gebeizt.

Fazit: ein leuchtendes Orange, wie meine Hoffnung war, konnte (noch) nicht erreicht werden, aber die Pflanze hat Potential. Also ihr Färberinnen, ran an die Wurzel! So können wir einen kleinen Beitrag leisten, der übermässigen Verbreitung der Pflanze entgegenzuwirken.